Strom- und Solarrechner fürs Wohnmobil
Geräte wählen, Batterie und Reiseziel eintragen: Der Rechner zeigt Tagesbilanz, Batteriegröße und Solarleistung mit Ertragsdaten aus PVGIS für jeden Monat.
Nennkapazität aller Bordbatterien zusammen.
So lange soll die Batterie allein reichen (Regen, Schatten).
Reserve anpassen
Puffer für Alterung und Kälte.
Summe der Module laut Typenschild.
Durchschnitt über alle Reisetage.
Ladebooster: Nennstrom. Nur Trennrelais: eher 10–20 A.
An diesen Tagen ist die Batterie voll.
Im Juli in Süddeutschland lädst du rund 771 Wh am Tag und verbrauchst 476 Wh. Die Batterie wird jeden Tag wieder voll.
Laden und Verbrauch je Monat
Mit 200 Wp in Süddeutschland, Fahrstrom eingerechnet, ohne Landstrom.
- Jan 147 / 390 Wh , reicht nicht
- Feb 279 / 390 Wh , reicht nicht
- Mär 455 / 390 Wh , reicht
- Apr 644 / 390 Wh , reicht
- Mai 706 / 476 Wh , reicht
- Jun 790 / 476 Wh , reicht
- Jul 771 / 476 Wh , reicht
- Aug 667 / 476 Wh , reicht
- Sep 514 / 476 Wh , reicht
- Okt 325 / 390 Wh , reicht nicht
- Nov 177 / 390 Wh , reicht nicht
- Dez 125 / 390 Wh , reicht nicht
Laden (Solar + Fahrt) Verbrauch
Rechenweg anzeigen
| 12-V-Geräte | 131 Wh |
| Kühlschrank 345 Wh × 1 (mild (ca. 25 °C, Herstellerwert), Monatsmittel 18,6 °C) | 345 Wh |
| 230-V-Geräte 0 Wh ÷ 88 % Wirkungsgrad | 0 Wh |
| Eigenverbrauch Wechselrichter | 0 Wh |
| Verbrauch pro Tag (÷ 12 V = 39,7 Ah) | 476 Wh |
| PVGIS-Ertrag Juli, München, flach | 4,98 kWh/kWp |
| Verlustfaktor Solar (Kabel, Schmutz, Mismatch, Hitze, Regler, Schatten, Laden LiFePO4) | 0,77 |
| Solar 200 Wp × 4,98 × 0,77 | 771 Wh |
| Fahrt 0 h × 30 A × 12 V × 0,9 × 0,95 | 0 Wh |
| Tagesbilanz (Laden − Verbrauch) | +295 Wh |
| Nutzbar nötig: 476 Wh × 2 Tage × 1,2 | 1.142 Wh |
| ÷ 90 % Entladetiefe = 1.269 Wh ÷ 12 V | 106 Ah → 150 Ah |
| Vorhandene Batterie 100 Ah × 12 V × 90 % | 1.080 Wh nutzbar |
| Nötige Solarleistung (Verbrauch − Fahrt) ÷ (4,98 × 0,77) | 123 Wp |
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Zusammenfassung
Der Solar-Rechner fürs Wohnmobil rechnet Solarleistung und Batteriegröße aus deinem Tagesverbrauch in Wattstunden (Wh). Als Faustformel teilst du den Tagesverbrauch durch den Ertrag je kWp und durch 0,77 für die Verluste, dann hast du die nötigen Wp (Watt Peak, die Nennleistung des Moduls). Ein Modul mit 100 Wp liefert in Süddeutschland im Juli rund 390 Wh am Tag, im Dezember nur rund 60 Wh. Die Batterie planst du mit Tagesverbrauch × Tage ohne Nachladen × 1,2 ÷ Entladetiefe. Ein Kastenwagen mit Kompressorkühlschrank und rund 480 Wh am Tag kommt im Sommer mit 200 Wp und einer LiFePO4-Batterie mit 150 Ah aus. Im Dezember deckt Solar nördlich der Alpen höchstens ein Viertel davon.
Faustformel für Solar und Batterie
Die nötige Solarleistung ergibt sich aus drei Größen: Tagesverbrauch, Sonnenertrag im ungünstigsten Reisemonat und Verlusten. Eine gängige Schnellformel multipliziert den Tagesverbrauch mit 1,5 für die Verluste und teilt durch die Sonnenstunden. Der typische Bereich im Van Life liegt bei 600 bis 1.500 Wh am Tag. Genauer wird es, wenn du statt der Pauschale den Ertrag deiner Region nimmst und die Verluste einzeln ansetzt. Daraus entsteht die Formel dieses Beitrags:
- Solarleistung in Wp: Tagesverbrauch in Wh ÷ (Ertrag in kWh je kWp und Tag × 0,77)
- Batterie in Ah: Tagesverbrauch × Tage ohne Nachladen × 1,2 ÷ Entladetiefe ÷ Bordspannung
-
390 Wh
100 Wp im Juli, Süddeutschland
-
63 Wh
100 Wp im Dezember, Süddeutschland
-
0,77 Faktor
Verluste flach, MPPT, LiFePO4
Den Tagesverbrauch ermittelst du vorher Gerät für Gerät. Wie das geht, zeigt der Ratgeber zum Stromverbrauch im Wohnmobil.
So rechnet der Solar-Rechner fürs Wohnmobil
Der Rechner arbeitet in drei Schritten: Er addiert den Verbrauch, rechnet aus, was Sonne und Fahrt nachladen, und vergleicht beides. Daraus folgen Ampel, Batteriegröße und Solarleistung.
Verbrauch pro Tag
Für jedes Gerät gilt Leistung in Watt × Stunden pro Tag × Anzahl = Wh pro Tag. Die Startwerte findest du in der Geräte-Tabelle weiter unten, das Typenschild deines Geräts hat Vorrang.
Den Kompressorkühlschrank rechnet der Rechner nicht mit Nennleistung mal 24 Stunden, denn der Kompressor taktet. Er nimmt den Tagesverbrauch laut Hersteller: Dometic gibt für den CRX 80 bei 25 °C Umgebung 343 Wh pro Tag an, bei 32 °C 567 Wh. Das sind 65 % mehr. Deshalb passt der Rechner den Wert an die Monatstemperatur der Region an:
- Monatsmittel unter 12 °C: Faktor 0,75. Der Innenraum ist dann geheizt, etwa 20 °C.
- 12 bis unter 20 °C: Faktor 1,0, entspricht dem Herstellerwert bei 25 °C.
- 20 bis unter 24 °C: Faktor 1,3, die Nische hat dann etwa 28 °C.
- Ab 24 °C: Faktor 1,65, etwa 32 °C in der Nische wie im Datenblatt.
Die Nischentemperaturen sind unsere Annahme. Du kannst die Stufe im Rechner auch selbst wählen.
230-V-Geräte laufen über den Wechselrichter (Spannungswandler von 12 V auf 230 V). Der Rechner teilt ihren Verbrauch durch dessen Wirkungsgrad (Voreinstellung 88 %) und zählt den Leerlaufverbrauch dazu, solange der Wechselrichter eingeschaltet ist. Victron gibt für den Phoenix 12/800 einen Wirkungsgrad von höchstens 91 % und 6 W im Leerlauf an. Größere Geräte brauchen mehr, wir setzen 10 W an.
Solarertrag aus PVGIS
Statt einer Pauschale nutzt der Rechner die Monatswerte von PVGIS, dem Solarrechner der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission. Für jede Region haben wir einen Ort abgefragt (Strahlungsdaten 2005 bis 2023): einmal für ein flach liegendes Modul, einmal für ein nach Süden geneigtes Modul mit dem besten Winkel laut PVGIS. Flach ist der Normalfall auf dem Dach. Der geneigte Wert passt zu aufgeständerten Modulen und Solarkoffern, die du zur Sonne drehst.
PVGIS rechnet Temperatur und Reflexion schon ein. Die Verluste am Camper rechnet der Rechner mit üblichen Faktoren für Camper-Anlagen dazu. Der Gesamtfaktor ist das Produkt aller Einzelfaktoren: 0,98 × 0,95 × 0,95 × 0,95 × 0,97 × 0,95 = 0,77. Mit einem PWM-Regler steht statt 0,97 der Wert 0,70 in der Rechnung, der Gesamtfaktor sinkt dann auf 0,98 × 0,95 × 0,95 × 0,95 × 0,70 × 0,95 = 0,56.
| Verlust | Faktor |
|---|---|
| Kabel und Stecker | 0,98 |
| Verschmutzung | 0,95 |
| Unterschiede zwischen Modulen (Mismatch) | 0,95 |
| Hitze bei flacher Montage ohne Hinterlüftung | 0,95 |
| MPPT-Laderegler (PWM: 0,70, Gesamtfaktor dann 0,56) | 0,97 |
| Laden der Batterie (LiFePO4; AGM 0,85, Gel 0,80, Nass 0,75) | 0,95 |
| Gesamt flach, MPPT, LiFePO4 | 0,77 |
| Gesamt flach, PWM, LiFePO4 | 0,56 |
Schatten durch Dachaufbauten senkt den Ertrag im Rechner um weitere 20 %, ein Platz unter Bäumen um 50 %.
Fahrt, Landstrom und Batterie
Beim Fahren lädt der Ladebooster (ein Gleichspannungswandler zwischen Lichtmaschine und Aufbaubatterie) mit Stunden × Ampere × Bordspannung × 0,9 × Ladewirkungsgrad. Die 0,9 decken ab, dass ein Booster selten durchgehend seinen Nennstrom liefert. An Tagen mit Landstrom gilt die Batterie als voll. Die Ampel bleibt grün, wenn die Batterie die Tage dazwischen überbrückt.
Die empfohlene Batterie ergibt sich aus Verbrauch × Tage ohne Nachladen × (1 + Reserve) ÷ Entladetiefe ÷ Bordspannung, aufgerundet auf eine handelsübliche Größe. Als nutzbare Entladetiefe nimmt der Rechner 90 % für LiFePO4, 50 % für AGM und Gel und 40 % für Nassbatterien. Victron nennt für seine AGM-Batterien 600 Zyklen bei 50 % Entladung und nur 400 bei 80 %.
Was der Rechner nicht kann
Er rechnet mit Monatsmitteln. Eine Woche Regen im Juli bildet er nur über die Tage ohne Nachladen ab. Die Region steht für einen Ort, im Gebirge oder an der Küste kann der Ertrag abweichen. Kälte unter 0 °C senkt die nutzbare Kapazität, und LiFePO4-Batterien dürfen dann nicht laden. Auch Kabel und Sicherungen prüft der Rechner nicht, dafür gibt es den Kabelquerschnitt-Rechner weiter unten.
Rechenbeispiele: Sommer und Winter
Zwei Beispiele zeigen, wie weit Sommer und Winter auseinanderliegen: Im Juli ist die Anlage überdimensioniert, im Dezember reicht sie bei Weitem nicht. Beide Beispiele nutzen die Startwerte: Kastenwagen, zwei Personen, Kompressorkühlschrank, LED-Licht, zwei Handys, Laptop über USB-C, Wasserpumpe, 200 Wp flach auf dem Dach, 100 Ah LiFePO4 an 12 V.
- Kühlschrank Dometic CRX 80, Monatsmittel 18,6 °C, Faktor 1,0
- 345 Wh
- Licht, Handys, Laptop, Pumpe 32 + 24 + 50 + 25 Wh
- 131 Wh
- Verbrauch pro Tag 39,7 Ah bei 12 V
- 476 Wh
- Solar 200 Wp × 5,01 kWh/kWp × 0,77
- 771 Wh
- Tagesbilanz Batterie wird täglich voll
- +295 Wh
- Batterie für 2 Tage ohne Sonne 476 × 2 × 1,2 ÷ 0,9 ÷ 12 V = 106 Ah, mit Reserve 150 Ah gewählt
- 106 Ah
Nötige Solarleistung123 Wp
Mit 200 Wp reicht der Strom in Süddeutschland von März bis September, im Oktober deckt Solar noch 83 %, weil der Kühlschrank bei kühlem Wetter weniger zieht.
Im Dezember läuft zusätzlich die Dieselheizung acht Stunden mit 15 W. Der Kühlschrank braucht weniger, die Sonne liefert aber nur ein Sechstel.
- Kühlschrank 345 Wh × 0,75, Monatsmittel 0,8 °C
- 259 Wh
- Übrige Geräte und Heizung 131 Wh + 15 W × 8 h
- 251 Wh
- Verbrauch pro Tag
- 510 Wh
- Solar 200 Wp × 0,81 kWh/kWp × 0,77
- 125 Wh
- Tagesbilanz
- −385 Wh
- Batterie hält 1.080 Wh nutzbar ÷ 385 Wh
- 2,8 Tage
Nötige Solarleistung818 Wp
Mit einer Stunde Fahrt am Tag und 30-A-Ladebooster kommen 308 Wh dazu. Dann hält die Batterie 14 Tage.
Für 818 Wp ist auf einem Kastenwagen kein Platz. Im Winter tragen Ladebooster und Landstrom die Last, Solar hilft nur nach. Mit Ladebooster fehlen 77 Wh am Tag, die 1.080 Wh nutzbare Kapazität reichen dann 14 Tage. Plane den Ladebooster mit 30 A deshalb fest ein, wenn du im Winter stehst: Er lädt die Aufbaubatterie über die Lichtmaschine, auch wenn kein Sonnenstrahl ankommt.
Victron Orion-Tr Smart 12/12 V, 30 A
Ladebooster mit 30 A, der die Bordbatterie während der Fahrt über die Lichtmaschine lädt. Hilft an Wintertagen, wenn das Solarmodul zu wenig liefert.
Solarertrag je 100 Wp nach Monat und Region
Das Modul bringt im Sommer in Südeuropa rund 500 Wh je 100 Wp und Tag, im Winter in Skandinavien gegen null. Die Tabellen zeigen, wie viel Strom 100 Wp flach auf dem Dach im Monatsmittel pro Tag in die Batterie bringen. Grundlage sind die PVGIS-Werte je Ort, mal 0,77 für die Verluste (MPPT, LiFePO4, ohne Schatten).
| Monat | Norddeutschland (Hamburg) | Süddeutschland (München) | Südskandinavien (Göteborg) | Nordskandinavien (Tromsø) |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 36 Wh | 74 Wh | 21 Wh | 0 Wh |
| Februar | 87 Wh | 139 Wh | 65 Wh | 17 Wh |
| März | 178 Wh | 228 Wh | 169 Wh | 105 Wh |
| April | 306 Wh | 322 Wh | 297 Wh | 247 Wh |
| Mai | 357 Wh | 353 Wh | 365 Wh | 334 Wh |
| Juni | 386 Wh | 395 Wh | 398 Wh | 316 Wh |
| Juli | 362 Wh | 386 Wh | 358 Wh | 283 Wh |
| August | 297 Wh | 334 Wh | 277 Wh | 199 Wh |
| September | 222 Wh | 257 Wh | 187 Wh | 99 Wh |
| Oktober | 118 Wh | 163 Wh | 87 Wh | 26 Wh |
| November | 49 Wh | 88 Wh | 29 Wh | 2 Wh |
| Dezember | 27 Wh | 63 Wh | 12 Wh | 0 Wh |
Im Hochsommer liegen Hamburg und Göteborg fast gleichauf mit München, weil die Tage im Norden länger sind. Von November bis Januar fällt der Ertrag dort auf einen Bruchteil.
| Monat | Südfrankreich (Avignon) | Norditalien (Verona) | Kroatien (Split) | Spanien (Valencia) | Algarve (Faro) |
|---|---|---|---|---|---|
| Januar | 132 Wh | 105 Wh | 125 Wh | 175 Wh | 197 Wh |
| Februar | 207 Wh | 175 Wh | 189 Wh | 240 Wh | 267 Wh |
| März | 303 Wh | 273 Wh | 288 Wh | 323 Wh | 355 Wh |
| April | 391 Wh | 355 Wh | 379 Wh | 406 Wh | 443 Wh |
| Mai | 453 Wh | 410 Wh | 438 Wh | 478 Wh | 516 Wh |
| Juni | 501 Wh | 459 Wh | 492 Wh | 513 Wh | 550 Wh |
| Juli | 506 Wh | 468 Wh | 507 Wh | 508 Wh | 557 Wh |
| August | 437 Wh | 399 Wh | 441 Wh | 448 Wh | 493 Wh |
| September | 339 Wh | 307 Wh | 335 Wh | 352 Wh | 403 Wh |
| Oktober | 225 Wh | 196 Wh | 228 Wh | 260 Wh | 289 Wh |
| November | 142 Wh | 112 Wh | 130 Wh | 185 Wh | 211 Wh |
| Dezember | 110 Wh | 84 Wh | 103 Wh | 153 Wh | 173 Wh |
Ein nach Süden geneigtes Modul bringt im Winter gut das Doppelte: in München im Dezember 151 statt 63 Wh je 100 Wp, in Valencia 331 statt 153 Wh. Im Sommer gewinnt die Neigung kaum etwas. Wer im Winter im Süden steht, kommt mit flachen Modulen schon auf ein Vielfaches des Nordens: An der Algarve liefern 100 Wp im Dezember 173 Wh, in Hamburg 27 Wh. PVGIS 5.3, abgerufen am 04.11.2026.
Stromverbrauch typischer Camping-Geräte
Der Kühlschrank ist fast immer der größte Dauerverbraucher, Starlink und E-Bike verdoppeln den Bedarf schnell. Diese Werte sind die Startwerte im Rechner. Sie gelten pro Gerät und Tag bei 12 V, 230-V-Geräte ohne Verlust im Wechselrichter.
| Gerät | Leistung | Nutzung | Wh pro Tag |
|---|---|---|---|
| Kompressorkühlschrank 70–90 l | taktet | Herstellerwert bei 25 °C | 345 Wh |
| Kompressorkühlbox, z. B. Dometic CFX3 45 (rund 38 l nutzbar) | taktet | Normverbrauch laut Hersteller: 0,49 kWh pro 24 h | 490 Wh |
| LED-Innenbeleuchtung | 8 W | 4 h | 32 Wh |
| Smartphone laden | 12 W | 1 h | 12 Wh |
| Laptop über USB-C | 50 W | 1 h | 50 Wh |
| Wasserpumpe | 50 W | 0,5 h | 25 Wh |
| Dieselheizung, Gebläse | 15 W | 8 h | 120 Wh |
| Starlink Mini | 30 W | 6 h | 180 Wh |
| LTE-Router | 8 W | 8 h | 64 Wh |
| Kaffeemaschine (230 V) | 1.200 W | 6 min | 120 Wh |
| Föhn (230 V) | 1.000 W | 6 min | 100 Wh |
| E-Bike-Akku laden (230 V) | 170 W | 3 h | 510 Wh |
Die Kompressorkühlbox ist ein typischer Dauerverbraucher. Sie läuft nicht durchgehend mit Nennleistung, sondern nimmt Strom, wenn der Kompressor anspringt. Den Wert für die Rechnung liest du deshalb als kWh pro 24 Stunden aus dem Datenblatt ab und rechnest in Wh um: Steht dort 0,3 kWh, sind das 300 Wh am Tag. Für die Dometic CFX3 45 nennt der Hersteller einen Normverbrauch von 0,49 kWh pro 24 Stunden unter Normbedingungen, also rund 490 Wh oder etwa 41 Ah bei 12 V. Im Alltag hängt der Verbrauch von Außentemperatur, Einstellung und Öffnungshäufigkeit ab, bei Hitze liegt er höher; prüf deshalb das Datenblatt des Herstellers. Die Box nimmt am 12-V-Anschluss höchstens 5 A auf und läuft an 12/24 V Gleichspannung sowie 100 bis 240 V Wechselspannung. Nutzbar sind rund 38 Liter inklusive Frischefach, manche Händler nennen 46 Liter Gesamtvolumen. Bei den Verbrauchswerten richtest du dich nach dem Modell, das tatsächlich im Fahrzeug steckt.
Dometic Kompressor-Kühlbox CFX3 45
Kompressorkühlbox mit rund 38 Litern nutzbarem Inhalt für 12 V und 230 V. Gutes Beispiel für einen Dauerverbraucher, dessen Tagesverbrauch in die Rechnung gehört.
Starlink und E-Bike-Akku treiben den Bedarf schnell nach oben: Allein der E-Bike-Akku mit 510 Wh ist so viel wie der gesamte Alltagsbedarf eines sparsamen Kastenwagens. Mehr Geräte und Messtipps stehen im Ratgeber zum Stromverbrauch im Wohnmobil, den du oben als Karte findest.
Batteriegröße nach Verbrauch und Typ
Die Batterie muss den Verbrauch für die Tage ohne Nachladen decken, und das gelingt mit LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat) mit deutlich weniger Gewicht als mit AGM oder Gel. Entscheidend ist die nutzbare Kapazität: LiFePO4 gibt rund 90 % der Nennkapazität frei, AGM und Gel nur etwa 50 %, Nassbatterien rund 40 %. Eine Batterie mit 100 Ah liefert bei 12 V also 1.080 Wh als LiFePO4, aber nur 600 Wh als AGM. Dazu kommt bei Lithium die Anzeige des Ladezustands per App.
Für zwei Tage ohne Nachladen und 20 % Reserve bei 12 V gilt: Verbrauch × 2 × 1,2 ÷ Entladetiefe ÷ 12 V. Bei 1.000 Wh sind das 1.000 × 2 × 1,2 ÷ 0,9 ÷ 12 = 222 Ah für LiFePO4, also gekauft eine Batterie mit 250 Ah. Bei AGM ergibt 1.000 × 2 × 1,2 ÷ 0,5 ÷ 12 genau 400 Ah. In der Tabelle steht bei LiFePO4 links der Rechenwert und rechts die handelsübliche Größe, auf die du aufrundest. Das Gewicht ist geschätzt aus Datenblättern: rund 13 kg je 100 Ah LiFePO4, 29 kg je 100 Ah AGM.
| Verbrauch pro Tag | LiFePO4 (90 % nutzbar) | AGM (50 % nutzbar) |
|---|---|---|
| 300 Wh | 67 Ah → 100 Ah, ca. 13 kg | 120 Ah, ca. 35 kg |
| 500 Wh | 111 Ah → 150 Ah, ca. 20 kg | 200 Ah, ca. 58 kg |
| 750 Wh | 167 Ah → 200 Ah, ca. 26 kg | 300 Ah, ca. 87 kg |
| 1.000 Wh | 222 Ah → 250 Ah, ca. 32 kg | 400 Ah, ca. 116 kg |
| 1.500 Wh | 333 Ah → 400 Ah, ca. 52 kg | 600 Ah, ca. 174 kg |
| 2.000 Wh | 444 Ah → 500 Ah, ca. 65 kg | 800 Ah, ca. 232 kg |
Ab etwa 500 Wh am Tag wird AGM schwer: Der Unterschied frisst einen großen Teil der Zuladung. Ein Beispiel: Bei 1.000 Wh Verbrauch wiegt die AGM-Variante rund 84 kg mehr als die LiFePO4-Batterie. Die Typen im Überblick:
- LiFePO4: hohe nutzbare Kapazität, geringes Gewicht, viele Ladezyklen. Dafür ist sie teurer in der Anschaffung und braucht ein passendes Ladegerät.
- AGM und Gel: günstiger und robust, aber schwer. Wer nur am Wochenende fährt und wenig verbraucht, kommt damit zurecht. Nach Herstellerangabe überstehen AGM-Batterien deutlich mehr Zyklen, wenn du sie nur halb entlädst.
- Nassbatterie: am günstigsten, aber mit der geringsten nutzbaren Kapazität und mehr Pflegeaufwand.
Für fast alle, die regelmäßig mehrere Tage frei stehen, ist LiFePO4 die beste Wahl. Für sehr kleine Anlagen unter 300 Wh am Tag lohnt der Aufpreis dagegen kaum.
Eine Batterie mit 100 Ah passt zu Wochenenden am Stellplatz mit sparsamen Verbrauchern. Sie liefert 1.080 Wh nutzbar und reicht bei rund 480 Wh am Tag für gut zwei Tage. Mit etwa 13 kg wiegt sie nur ein Viertel der Menge, die du als AGM für dieselbe nutzbare Energie bräuchtest: Das wären 180 Ah und rund 52 kg. Auch beim Einbaumaß hat Lithium bei gleicher nutzbarer Energie meist Vorteile; die Maße stehen im Datenblatt.
Mit 200 Ah kommst du mehrere Tage ohne Landstrom aus, auch im Winterbetrieb. Das sind 2.160 Wh nutzbar, bei 510 Wh am Tag im Dezember-Beispiel gut vier Tage ohne Nachladen. Als AGM bräuchtest du dafür 360 Ah mit rund 104 kg, als LiFePO4 wiegt die Batterie rund 26 kg. Miss vor dem Kauf das Staufach aus und vergleiche das Maß mit dem Datenblatt.
Brauchst du mehr als 250 Ah, schaltest du zwei gleiche Batterien parallel. Zwei Batterien mit 200 Ah ergeben 400 Ah und decken rund 1.000 Wh am Tag über zwei Tage mit Reserve ab.
Solarleistung und Laderegler: MPPT oder PWM
Ein MPPT-Laderegler holt aus demselben Modul deutlich mehr Strom als ein PWM-Regler, weil er die Modulspannung in Ladestrom umrechnet statt sie herunterzuziehen. Der Laderegler sitzt zwischen Modul und Batterie und begrenzt die Ladespannung. MPPT steht für Maximum Power Point Tracking, PWM für Pulsweitenmodulation.
MPPT oder PWM im Vergleich
Der Unterschied steckt in den Verlusten, die der Rechner ansetzt. Im Verlustfaktor liegt MPPT bei 0,97 und PWM bei 0,70. Das heißt: Ein PWM-Regler nutzt rund 70 % des Modulertrags, ein MPPT-Regler 96 bis 98 %. Im Gesamtfaktor des Rechners steht 0,77 mit MPPT gegen 0,56 mit PWM (0,77 ÷ 0,97 × 0,70). Das sind rund 27 % weniger Ertrag bei gleichem Modul.
| Kriterium | MPPT | PWM |
|---|---|---|
| Faktor des Reglers | 0,97 | 0,70 |
| Gesamtfaktor im Rechner | 0,77 | 0,56 |
| Nutzung des Ertrags | 96 bis 98 % | rund 70 % |
| Sinnvoll ab | etwa 100 Wp | nur für sehr kleine Anlagen |
| Verschattung und Kälte | holt mehr heraus | verschenkt Ertrag |
Bei Verschattung und im kühlen Wetter, also genau dann, wenn wenig Sonne da ist, zeigt der MPPT-Regler seinen Vorteil. Für eine neue Anlage ab 100 Wp ist MPPT die richtige Wahl. PWM lohnt sich höchstens bei einem einzelnen kleinen Modul, wenn jeder Euro zählt.
Victron SmartSolar MPPT 100/30, 2er-Pack
MPPT-Laderegler mit 30 A und Bluetooth. Holt bei Verschattung und kühlem Wetter mehr aus den Modulen als ein PWM-Regler.
Reglergröße und Systemspannung
Die Größe des Reglers richtet sich nach dem Ladestrom: Modulleistung ÷ Batteriespannung. Bei 200 Wp an 12 V sind das rund 17 A, ein Regler mit 30 A reicht bei 12 V für etwa 350 Wp. Gib dir etwas Reserve für spätere Erweiterungen. Bei größeren Anlagen mit mehr Modulleistung wird ein 24-V-System interessant, weil bei gleicher Leistung nur der halbe Strom fließt und die Kabel dünner bleiben dürfen.
Verschattung und Modulwahl
Schon ein kleiner Schatten bremst die Anlage. Der Rechner setzt für Dachaufbauten pauschal 20 % Verlust an. Der Grund: Die Bypass-Dioden im Modul schalten beschattete Zellstränge ab, der Ertrag sinkt dann stärker als die verschattete Fläche. Stell Sat-Schüssel, Dachluke und Dachbox deshalb nicht vor die Module. Das Maß für die Ertragsrechnung ist ein Modul mit 100 Wp, denn die Tabellen oben gelten je 100 Wp, und du multiplizierst mit der Zahl deiner Module.
Ein Modul mit 100 Wp passt auf kleine Dächer und reicht für den Sommerbetrieb. In München bringt es im Juli rund 386 Wh am Tag. Ein flexibles Modul spart Gewicht und Bauhöhe, wenn das Dach gewölbt ist.
Mit 200 Wp deckst du größeren Bedarf und die Übergangszeit. Das sind in München im April rund 644 Wh am Tag (2 × 322 Wh), im Oktober rund 326 Wh (2 × 163 Wh). Der Ladestrom liegt bei rund 17 A, der MPPT-Regler mit 30 A passt dazu.
Typische Fehler bei der Planung
Die meisten Anlagen sind für den Juli geplant und scheitern im Oktober. Prüf im Rechner den kältesten und dunkelsten Monat deiner Reisen und schau in die Monatsübersicht. Diese fünf Fehler passieren am häufigsten:
- Nennleistung statt Ertrag: 200 Wp liefern nie 200 W über den Tag. Flach auf dem Dach kommen im Sommer rund 3,9 Wh je Wp und Tag in der Batterie an, im Winter unter 1 Wh.
- Kühlschrank × 24 h: Ein Kühlschrank mit 45 W Nennleistung braucht keine 1.080 Wh am Tag. Nimm die Angabe in kWh pro 24 Stunden aus dem Datenblatt.
- Wechselrichter dauerhaft an: 10 W Leerlauf über 24 Stunden sind 240 Wh, fast so viel wie der Kühlschrank im Winter. Schalt ihn nur bei Bedarf ein.
- Trennrelais an Euro-6-Motoren: Die Lichtmaschine senkt die Spannung im Fahrbetrieb. Ohne Ladebooster lädt die Aufbaubatterie dann kaum.
- Schatten unterschätzt: Ein Schatten von Sat-Schüssel oder Dachbox kann ein Modul um ein Drittel bremsen, weil die Bypass-Dioden ganze Zellstränge abschalten.
Kabelquerschnitt und Sicherungen
Bei 12 V fließen schon bei kleiner Leistung hohe Ströme: 200 W sind rund 17 A. Zu dünne Kabel erwärmen sich und verlieren Spannung, und der Regler sieht dann eine schlechtere Batteriespannung. Jede Leitung gehört mit einer passenden Sicherung möglichst nah an der Batterie und am Laderegler abgesichert. Das Material kaufst du passend zum Strom und zur Leitungslänge, nicht nach Gefühl.
Kabel und Sicherungen für deine 12-V-Solaranlage
Für die Verkabelung der Solaranlage findest du bei reichelt Kabel, Sicherungen und Steckverbinder einzeln.
Wie dick ein Kabel für deine Leistung und Länge sein muss, rechnet der Kabelquerschnitt-Rechner aus.
Checkliste vor dem Kauf
Planung prüfen
- Verbrauch Gerät für Gerät aus Typenschild oder Datenblatt notiert
- Kühlschrank mit dem Wert in kWh pro 24 Stunden gerechnet
- Dunkelsten Reisemonat und die Region in der Tabelle nachgeschlagen
- Gesamtfaktor 0,77 für die Verluste mit MPPT-Regler angesetzt, mit PWM-Regler rund 0,56
- Tage ohne Nachladen und Entladetiefe der Batterie festgelegt
- Ladebooster oder Landstrom für den Winter eingeplant
- Platz auf dem Dach ohne Schatten durch Aufbauten geprüft
- Kabelquerschnitt und Sicherungen berechnet
Häufige Fragen
Wie viel Watt Solar brauche ich im Wohnmobil für Autarkie?
Für einen Kastenwagen mit Kompressorkühlschrank und rund 480 Wh am Tag reichen in Deutschland von März bis September etwa 200 Wp flach auf dem Dach. Im Juli in Süddeutschland genügen rechnerisch rund 123 Wp. Für den Winter bräuchtest du ein Vielfaches, dort helfen Ladebooster und Landstrom.
Wie lange komme ich mit einer 100-Ah-Batterie autark aus?
Eine LiFePO4-Batterie mit 100 Ah stellt bei 12 V rund 1.080 Wh nutzbar bereit. Bei 476 Wh Verbrauch am Tag sind das gut zwei Tage ohne Nachladen. Eine AGM-Batterie mit 100 Ah liefert nur 600 Wh und hält damit gut einen Tag.
Wie groß sollte die LiFePO4-Batterie im Camper sein?
Rechne Tagesverbrauch × Tage ohne Nachladen × 1,2 ÷ 0,9 und teile durch 12 V. Bei 500 Wh am Tag und zwei Tagen Puffer kommst du auf 111 Ah, also eine Batterie mit 150 Ah. Bei 1.000 Wh sind es 222 Ah, also 250 Ah.
Wie viel Strom liefert ein 100-Watt-Solarmodul am Tag?
Flach auf dem Dach in Süddeutschland im Juli rund 390 Wh, im Dezember rund 60 Wh. In Südspanien sind es im Juli gut 500 Wh und im Dezember gut 150 Wh. Die Werte beruhen auf PVGIS und enthalten die Verluste von Kabel, Regler und Batterie.
Wie viel Strom verbraucht ein Wohnmobil am Tag?
Ein sparsamer Kastenwagen mit Kompressorkühlschrank, LED und Handys braucht rund 400 bis 500 Wh am Tag. Mit Heizung, Starlink oder 230-V-Geräten wie Kaffeemaschine und Föhn sind 800 bis 1.500 Wh üblich.
Reicht Solar im Winter für das Wohnmobil?
Nördlich der Alpen meist nicht. Im Dezember liefern 100 Wp flach in Hamburg 27 Wh und in München 63 Wh am Tag. Plane im Winter mit Landstrom oder Fahrstrom und nutze Solar als Ergänzung.
MPPT oder PWM: Welcher Laderegler für den Camper?
Ab etwa 100 Wp lohnt sich MPPT. Ein PWM-Regler zieht das Modul auf Batteriespannung herunter und nutzt nur rund 70 % des Ertrags, ein MPPT-Regler 96 bis 98 %. Im Gesamtfaktor sind das 0,56 statt 0,77, also rund 27 % weniger Strom.
Quellen und weiterführende Links
- Dometic CRX 80, Datenblatt des Herstellers: Energieverbrauch bei 25 °C und 32 °C, Herstellerangabe zum Tagesverbrauch des Kompressorkühlschranks
- Kompressor-Kühlbox: Stromverbrauch und Batterie-Laufzeit: Normverbrauch der Dometic CFX3 45 von 0,49 kWh pro 24 Stunden
- Dometic Kompressorkühlbox CFX3 45: Nutzinhalt, Anschlussspannungen und Temperaturbereich
- Datenblatt Phoenix Inverter 180–1200 VA: Wirkungsgrad und Leerlaufverbrauch des Wechselrichters
- Datenblatt AGM- und Gel-Batterien (Gewicht, Zyklen): Zyklenzahl bei 50 % und 80 % Entladung
- Webasto Air Top 2000 STC: technische Daten: Leistungsaufnahme der Heizung
- Starlink Mini: Spezifikationen: Leistungsaufnahme der Antenne
- Solarpanel-Rechner: Wie viel Solarleistung brauche ich: Schnellformel mit Faktor 1,5 und typischem Tagesverbrauch
- Solaranlage für Wohnmobil und Camper, der komplette Guide: Systemspannung, MPPT gegen PWM und LiFePO4
- Stromverbrauch im Wohnmobil berechnen: Verbrauchstabelle und Solarertrag nach Region und Monat
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